Pflege von Demenzkranken
Wir betreuen unsere Bewohner in vier Kleingruppen.
Damit reagieren wir auf den immer deutlicher werdenden Bedarf an individueller Pflege und Betreuung demenzerkrankter alter Menschen, die im häuslichen Umfeld oder in anderen Einrichtungen mit integrativer Versorgung Verhaltensauffälligkeiten zeigen, z.B. hochgradig weglaufgefährdet sind oder starke Einschränkungen bei der Essens- und Getränkeaufnahme oder einen umgekehrten Tag- Nacht- Rhythmus haben.
Unsere tagesstrukturierenden und therapeutischen Angebote für unsere Bewohner sind:
Einzeltherapie
- Basale Stimulation
- Wasch-Anzieh-Training
- Haushaltstraining
- Esstraining
- Snoezelen
- Passive Mobilisation und oder Einsatz eines Bewegungstrainer
- Aktive Mobilisation z. B. Gangschule
- 10 min Aktivierung
- kognitive Anregung
Gruppentherapie
- Gymnastik
- Kegeln
- Gemeinsames Kochen und Backen
- Musiktherapie
- Handwerksrunde
- Gartentherapie
Außerdem feiern wir mit unseren Bewohnern alle Feste im Jahreskreis und besuchen regelmäßig die Stadt Meiningen sowie umliegende Ausflugsziele. Die Individualität der Bewohner steht in unserem Wohnbereich an erster Stelle. So werden die unterschiedlichen Bedürfnisse jedes Einzelnen beachtet und fließen als Grundlage in die tägliche Arbeit ein. Für jeden Bewohner wird ein individueller Pflege- und Therapieplan erstellt und der Bewohner danach gefördert.
Um den Bewohner im Vorfeld besser kennen zu lernen führen die Pflegedienstleiterin oder eine Pflegefachkraft einen Haus- oder Klinkbesuch durch.
In diesem Wohnbereich arbeitet spezifisch ausgebildetes Pflege-, Betreuungs- und Hauswirtschaftspersonal, wobei wir einen Fachkraftanteil von über 60 % halten. Der Pflege- und Betreuungsschlüssel beim Personaleinsatz liegt bei 1 : 1,7.
Das bedeutet im Vergleich mit herkömmlichen Pflegeeinrichtungen für den Bewohner eine überdurchschnittlich gute personelle Betreuungssituation. Jede Kleingruppe wird von einem Gruppenverantwortlichen betreut.
Hinzu kommt eine erhöhte personelle Nachtbesetzung, die unseren Bewohnern die Möglichkeit gibt, auch nachts uneingeschränkt aktiv zu sein und sich z.B. im Nachtcafe einzufinden.
Unterstützend und begleitend arbeiten für diese 29 Bewohner eine Ergotherapeutin sowie 2 qualifizierte Fachkräfte für Gerontopsychiatrie mit den anderen ausgebildeten Mitarbeitern im Team.
Seit dem Frühjahr 2009 werden die Mitarbeiterinnen von 2 zusätzlichen Betreuungskräften unterstützt, die entsprechend der gesetzlichen Vorgabe § 87b Abs. 3 SGB XI in enger Kooperation und fachlicher Absprache die Betreuungs- und Lebensqualität von Bewohnern verbessern, die infolge demenzbedingter Fähigkeitsstörungen, psychischer Erkrankungen oder geistiger Behinderungen dauerhaft erhebliche in ihrer Alltagskompetenz eingeschränkt sind und deshalb einen hohen allgemeinen Beaufsichtigungs- und Betreuungsaufwand haben.
Um eine gute, den Bedürfnissen entsprechende Betreuung zu realisieren, binden wir die Angehörigen mit in den Pflegeprozess ein.
Der Angehörige ist eine wichtige Ressource für den dementiell erkrankten Bewohner, er vertritt seine Interessen und begleitet ihn. Eine kooperative Zusammenarbeit der pflegerischen Bezugsperson mit dem Angehörigen im Interesse des Bewohners hat Priorität.
Weiterhin legen wir Wert auf regelmäßigen Austausch zu den Angehörigenabenden im Haus und bieten dazu auch Fortbildungen für unsere Angehörige an. 2 Angehörige arbeiten zudem ehrenamtlich als Heimfürsprecher.
Ziel unserer Arbeit ist es:
- Ein individuelles Angebot für jeden Bewohner zu schaffen, ein förderndes, emotional und strukturell für Sicherheit sorgendes Lebensmilieu zu gestalten.
- Der Bewohner soll sich trotz seiner krankheitsbedingten Einschränkungen wohl fühlen, frei von Angst sein und seine Fähigkeiten weiterhin nutzen, um sein Selbstwertgefühl zu erhalten bzw. zu stärken.
- Der Bewohner soll emotional stabil sein.
- Die Krankheitsproblematik wird ohne den Mehreinsatz von Psychopharmaka gelindert.
- Das Sozialverhalten wird gefördert, um Isolation vorzubeugen.
- Orientierungslosigkeit wird verringert bzw. vermieden.
- Der Bewohner fühlt sich sicher und geborgen.
- Aggression, Depression, Gereiztheit, motorische Unruhe und Angstzustände werden abgebaut.
- Gefahrensituationen werden verringert bzw. frühzeitig abgewendet.
Folgende Zugangsvoraussetzungen sollten erfüllt sein, um in dieser spezialisierten Einrichtung aufgenommen zu werden:
Das Konzept der Einrichtung beinhaltet genau abgestimmte Maßnahmen für die Betreuung, Pflege und Versorgung von gerontopsychiatrisch/dementiell erkrankten Menschen. Wir betreuen unsere Bewohner nach dem segregativen Ansatz, d.h. wir betreuen ausschließlich Bewohner mit dementieller bzw. gerontopsychiatrischer Erkrankung, um eine Homogenität der Bewohnergruppe zu erreichen.
Deshalb ist vor Heimeinzug genau abzuklären:
- Wurde von einem Facharzt für Neurologie/Psychiatrie oder einer psychiatrischen Klinik eine gerontopsychiatrische Erkrankung diagnostiziert oder befand sich die erkrankte Person aufgrund dessen bereits in stationärer psychiatrischer Behandlung (Arztbrief)?
- Ist der zukünftige Bewohner mobil, d.h. auch mit Hilfsmitteln (Rollator, Gehhilfe, Rollstuhl) noch in der Lage, sich fortzubewegen und zeigt er einen ausgeprägten Bewegungsdrang?
- Zeigt der zukünftige Bewohner eindeutige Verhaltensveränderungen im Zusammenhang mit seiner gerontopsychiatrischen Erkrankung, z.B. Verkennen von Gefahr, selbstgefährdendes Verhalten etc.?
- Wurde beim kognitiven Screening, d.h. bei der Klärung von Gedächtnisschwierigkeiten durch den Mini-Mental State Examination (MMSE) weniger als 17 Punkte erreicht? (Testung durch Arzt oder Mitarbeiter unseres Hauses vor Aufnahme)
Es ist äußerst wichtig, diese Punkte im Vorfeld einer Aufnahme abzuklären. Während des Hausbesuches bzw. eines persönlichen Gespräches geben Ihnen unsere verantwortlichen Mitarbeiter gerne dazu Auskunft.



